Faris Al-Sultan - Ironman World Champion 41zigster

26.08.2014 - Diesen Artikel gibt’s als Nachtrag. Manchmal schaffe ich es einfach nicht, aber in diesem Punkt hab ich ja jetzt eine Entschuldigung.

Die ITU Cross WM, im Rahmen des O-See Challenge Zittau, war eine Reise wert, der wilde Osten.

Ich war ja schon ein paar mal im Osten, aber im Lausitzer Eck noch nicht.

Viele Häuser und Straßen sind saniert, der Hauptplatz von Zittau noch nicht ganz fertig, aber schon sehr ansehnlich.

Erstaunlich für das Auge eines Münchners, zwischen netten Häusern, Ruinen und Leerstand und noch erstaunlicher, es lebe der bayrische Imperialismus. Die Zittauer Bedienung trägt Tracht und zwar keine Lausitzer Tracht, sondern bayrische.

Bald wird zwischen Flensburg und Berchtesgaden jede Kellnerin ein Dirndl und jeder Kellner eine Lederhos’n anhaben, mit den Künstlernamen Zenzi & Franz, und in einer deutschlandweiten Volksabstimmung wird München zur neuen Hauptstadt

Deutschlands ernannt. Gott zum Gruße, da graut’s mir!

Zurück zum Triathletischen. Was als Spaßidee der lokalen Triathlonenthusiasten begann, hat sich zur wichtigsten Crosstriathlonveranstaltung Deutschlands entwickelt. Mit anspruchsvoller Strecke und guter Organisation.

Nachdem Storck zunächst leider kein neues MtB für mich auftreiben konnte, machte ich meine alte Rosinante, ihrerzeit eine echte Schönheit, wieder fit und stürzte mich heldenhaft in die durchaus technisch anspruchsvollen bergab Passagen. Ich dachte zwar, der Hobel bricht auseinander, aber die Storck Räder sind zäh.

Zwei Tage vor dem Rennen brachte mir Jens Buder von Storck dann sein Rad vorbei: einen Hybridrenner, vorn 29er, hinten 27,5er, mit einer elektonischen Gabel und 1-11 Schaltung, brutales Teil.

Damit flog ich dann, nicht auf die Schnauze, sondern über den Kurs.

Oberste Devise des ganzen Crossabenteuers war übrigens schlüsselbeinfreundliches Fahren.

Dann bahnte sich das Unglück an. Nachdem der Herbst ja neuerdings in den August vorverlegt wird, begann es aus Kübeln zu regnen und nachdem wir am Wettkampftag als Letzte auf die Strecke gingen, war diese nicht nur nass, sondern auch gut durchgepflügt und übelst rutschig.

Das Schwimmen verlief trotz etwas unpraktischer Streckenführung gut. Ich verlor im Tanz um die Boje etwas den Anschluss an ein Spitzentrio, war aber gut dahinter. Die ersten 8 km sind relativ einfach und bergauf, danach ging es in den Schlamm und jegliche sportliche Ambitionen erstarben.

Ich fasse mich kurz: ich schob viel und auf der Laufstrecke zeigte ich oft meine nicht vorhandenen Eistanzqualitäten, wurde am Ende 41zigster, und damit knapp schneller als die Damen.

Aber es war ein Spaß.


© Meike Maurer/Tritime