Faris Al-Sultan - Ironman World Champion Herzo - Xanten Rügen

19.09.2014 -Die Ereignisse überschlagen sich.

Nach dem Kälteschock im Allgäu legte ich ein Trainingswochenende bei Swen in Herzogenaurach mit abschließendem 10km Laufwettkampf in 34:05 ein und war mir sicher, die Beine sind gut.

Kaum wieder daheim wurde gepackt und es ging nach Xanten, Inas Heimat, wo wir ein paar Tage mit der Familie verbrachten und ich die 30.Auflage des Xantener Triathlon gewinnen konnte.

Zugegebenermaßen ohne echten Profigegner, aber mit durchaus solider Leistung, wenn man von meinem Fauxpas absieht, mein Wettkampftop vergessen zu haben, was mich beim Wechsel in ein nasses Langarmradtrikot sicher 30 Sekunden kostete.

Von dort ging es einmal quer durch Deutschland: vom Niederrhein nach Rügen zum 70.3 an die Ostsee.

Während es in Xanten ausnahmsweise für mich dieses Jahr bei einem Wettkampf nicht regnete und kühl war, war in Rügen Weltuntergang. Bereits zwei Tage vor dem Wettkampf war relativ klar, dass das Schwimmen wohl ausfallen würde und am Samstag Vormittag öffnete der Himmel seine Schleusen um bis Sonntag Nachmittag die Monatsration Wasser auszuschütten. Den meisten Teil davon auf mich während des Rennens.

Doch das Rennen hatte noch mehr zu bieten als kein Schwimmen und Wasser von oben.

Auf der ersten Kopfsteinpflasterpassage wurde ich dermaßen durchgeschüttelt, dass die Tags zuvor fest zugezogene Steuerkralle ausriss.

Ich konnte zwar mit Mechanikerhilfe die Gabel wieder fest bekommen, verlor aber Zeit, so dass ich dieses Jahr ein weiteres Sch...ergebnis trotz guter Beine einfuhr.

Die Radstrecke ist vielleicht noch nicht 100% ausgereift, aber sonst stellt der 70.3 Rügen ein sehr würdiges Saisonabschlussrennen dar.

Von meinem verkorksten Rennen abgesehen, ist Binz ein wirklich schönes Plätzchen mit vielen Hotels, Restaurants und schönem Strand.

Wie immer sieht man auf einer kurzen Wettkampfreise viel zu wenig, aber ich kann verstehen, warum Rügen viele Leute anzieht. Es gibt viel zu erleben und zu sehen, von den Kreidefelsen über GoKartbahn Museen bis hin zu Reitsport und Wasserskianlage. Ein besonders lustiges Detail in einem doch eher ländlich geprägten Raum sind die vielen Kleingartenvereine, die wohl ein Relikt aus DDR Zeiten sind, und den Leuten es wohl ermöglicht haben, zumindest auf 10qm Garten, Chef mit Eigenverantwortung ohne Fünfjahresplan zu sein .