Faris Al-Sultan - Ironman World Champion Mein Ausflug zu den Polen

Am Wochenende war ich in Warschau einer Einladung von Michal Drelich, dem Organisator des Gdingen Triathlons gefolgt.

Polen ist nah, aber nachdem es nicht unbedingt ein Triathlonland ist und touristisch auch nicht die erste Adresse, war es mein erster Trip dorthin.

Ein kurzer Flug, schon war ich da. Der erste Eindruck von Warschau, ziemlich grau aber mit Lichtblicken. Das Russengebäude (Palast der Kultur) ist ein architektonischer Leckerbissen.

Ich habe mir sagen lassen, dass manche Polen es sprengen wollten, weil es die kommunistische Herrschaft symbolisiert, aber ich finde es ist ein Teil der Geschichte und es aktuell als Kino zu nutzen und vielleicht ein Rambotriplefeature zu

zeigen sollte genug Rache am Kommunismus sein. Der Ärger über die Vergangenheit sollte einem nicht den Blick für die Zukunft und die Notwendigkeit des Zupackens in der Gegenwart verbauen.

Und Triathlon hat Zukunft in Polen, ich war beeindruckt wie groß das Wachstum und das Interesse für unseren Sport dort ist.

Als Triathlonveteran ist der einzige Pole, den man unter Umständen kennt, der Kurzdistanzler Marek Jaskolka und man fragt sich wie der damit angefangen hat,

da es vor zehn Jahren offensichtlich ziemlich wenig triathletisches Umfeld gegeben hat.

Ich hatte Zeit mir die Altstadt anzuschauen, ist an manchen Stellen sehr schön, an manchen fehlt’s noch, polnisches Essen zu probieren, z.B. Pierrogi, sind ähnlich wie südtiroler Schlutzkrapfen, und ein bisschen zu trainieren.

Der Ausdruck Altstadt ist natürlich ein bisschen irreführend, da es in Warschau praktisch kein Gebäude gibt, das älter ist  als 69 Jahre. Denn nach dem Warschauer Aufstand 1944 stand dort schlicht kein Stein mehr auf dem anderen.

Darüberhinaus habe ich einen Vortrag vor ambitionierten polnischen Altersklassenathleten gehalten, deren umfassende Englischkenntnisse mich sehr positiv überrascht haben.

Ich denke wir werden vom polnischen Triathlon noch so einiges hören.