Faris Al-Sultan - Ironman World Champion Ironman Lanzarote

Bei der 22. Auflage des Ironman Lanzarote und 14 Jahre nach meiner letzten Teilnahme konnte ich den Kanarenklassiker gewinnen.

Im Vorfeld sah es nicht so gut aus, auch wenn alle außerhalb meines Umfelds meinen Sieg erwartet haben.

Hartnäckige Rückenprobleme, die immer wieder meine Beinrückseite “zu” machten und schon für das grauenhafte Ergebnis auf Puerto Rico verantwortlich waren, sorgten für mehr Vorwettkampfschi... als ich eigentlich brauche.

Sowohl Frank mein Physio in München als auch Claudia eine deutsche Physio hier auf Lanza, die mich am Vorwettkampftag nochmal bearbeitete, hätten wohl keine fünf Euro auf mich gesetzt.

Zum Rennen selbst, Dienst nach Vorschrift im Wasser, wo Stephen Bayliss die Hauptarbeit übernahm und ich einmal ca. 1000m Führungsdienste leisten musste und konnte, gingen Stephen, Philip Graves und ich auf die Radstrecke. Bereits nach 10 km war klar, dass Philip seine Ankündigung wahr machen und sich am Rad zurückhalten würde, während Stephen einfach Sch.. beine hatte.

Ich setzte mich ab und versuchte, das Tempo hoch zu halten ohne mich in den Abfahrten umzubringen und vom recht ordentlichen Wind weggeweht zu werden. Meine Beinrückseite machte sich immer mal wieder bemerkbar, aber der Schmerz war nicht dauerhaft und auszuhalten.

Mit etwa 10 min Vorsprung konnte ich auf die Laufstrecke gehen, fühlte mich ziemlich satt und fand auch mein Tempo zufriedenstellend. Aber Miquel Blanchart, den ich nicht wirklich wahrgenommen hatte, stürmte aus der Wechselzone und konnte auf der ersten Runde gut drei Minuten aufholen und bei km 18 kam meine Krise, abartige Beinschmerzen zwangen mich anzuhalten und kurz zu dehnen. Gedanken an weniger schöne Stunden kamen auf, aber ein Powergel und etwas Cola später ging es wieder, nicht gut, aber besser. Es war wie meist beim Ironman: ein Durchbeißen und ich entschuldige mich bei Zuschauern und Mitathleten für die akkustische Umweltverschmutzung durch meine Stöhnerei.

Ich kann nur sagen, es tat weh und das half. Miquel hatte dann auch Gottseidank sein Pulver verschossen und lief am Ende auch nicht schneller als ich. Kirill Kotsegarov überholte kurz vor dem Ziel noch Philip Graves und der zweifache Lanzarotesieger Bert Jammear wurde 5.

Gratulation auch an meine Ex-Teamkollegin Kristin Möller die sehr souverän gewinnen konnte.