Faris Al-Sultan - Ironman World Champion Ironman Hawaii 2013

So, nachdem die meisten schon das Ergebnis kennen, jetzt auch das Rennen aus meiner Sicht.

Nachdem ich mich morgens um 4:00 aus dem Bett geschält hatte, gab es ein kleines Frühstück. Dann fuhren wir flott die 45km von Waikoloa nach Kona.

Nach ein paar Stuhlgängen, Bodymarking, Arme schwingen, Eincremen und blöd Daherreden, begab ich mich ins Wasser und fühlte mich schon bald etwas verlassen als ich relativ weit links an der Startline Aufstellung nahm.

Startschuss und los ging es. Ich startete deutlich langsamer als letztes Jahr und war relativ bald links außen relativ weit hinten in der Spitzengruppe. Mittlerweile bin ich zu langsam, um Akzente beim Schwimmen zu setzen. Das Tempo war nicht mörderisch, aber auch nicht langsam. Dienst nach Vorschrift.

Der Austieg war wie immer etwas hektisch, aber nach einem flotten problemlosen Wechsel, sprang ich auf’s Rad und fühlte mich überraschenderweise sofort gut. Ich übernahm noch am Kuakini hinter Pete und dem etwas enteilten Andrew

Starykowicz eine Spitzenposition. Mit ordentlich Rückenwind ging es mit 45 Sachen Richtung Hawi, in Kawaihai begann dann das Zehnkleinenegerlein Spielchen. Ich fühlte mich gut, Sebastian Kienle hatte uns mittlerweile eingeholt und auf den

letzten Kilometern vor Hawi kam es zum entscheiden Angriff, der das Feld endgültig auseinanderreißen sollte.

Andrew war zwar noch vorn, sein Vorsprung aber schon deutlich geschmolzen Sebi und Luke Mckenzie hinter ihm, dann kamen Tyler Butterfield, Dirk Bockel, Frederik v. Lierde und ich.

Auf dem Rückweg von Kawaihai zog Frederik mit eiserner Konstanz davon, während Dirk ich und der etwas leidende Tyler hinterher fuhren. Bewusst oder unbewusst zog ich nicht mit letzter Kraft am Horn und war für den Marathon zuversichtlich.

Der Lauf durch die Wechselzone war ein besonderes Vergnügen für den Masochisten in mir, aber ich war immerhin noch Fünfter.

Beim Loslaufen war mir allerdings so heiß, dass ich dachte, zu verglühen, was bei mir eher selten der Fall ist. Schließlich fand ich nach dem ersten Wendepunkt etwas den Rhythmus und wuchtete mich grimmig die Palani Road hinauf, am Queen K dachte ich noch die Bergabpassage würde mir wieder dringend benötigten Schwung geben aber mein Lauf war zu Ende und die Ära des Trottens begann.

Durchs Energylab schleppte ich mich mit letzter Kraft und oben wieder am Queen K angekommen war mein Kampfgeist endgültig gebrochen, ich begann zu gehen und sah mich nach Fahrmöglichkeiten Richtung Ziel um.

Doch da war nichts, nach kurzer Kalkulation entschied ich, dass es nichts bringt auf ein Fahrzeug zu warten und begann wieder, zu laufen äh zu trotten. Mittlerweile hatten mich Ivan Rana, James Cunnama, Tim O’Donnel, Bart Aernauts und

schließlich auch wie fast jedes Jahr Timo Bracht überholt. Ich war aber immer noch 10. wie mir mein sportlicher Leiter Rene mitteilte. 10. Platz heißt Bühne, Punkte, Mäuse.

Also riss ich mich nochmal schwerst am Riemen und stolperte mich vor Eneko Llanos ins Ziel.

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