Faris Al-Sultan - Ironman World Champion Hawaii die 14.

13.10.2014 - Der Versuch beim 14. Start die zehnte Top 10 Platzierung zu erreichen, ist kläglich gescheitert.

Nachdem die gesamte Saison schon eher im weniger berauschenden Bereich war, dachte ich, nach ein paar soliden Trainingseinheiten in Arizona und Überprüfung der SRM-Daten, Zeiten und Umfänge, dass es zwar kein Supertag werden würde, aber doch solide.

Leider war ich irgendwie schon Anfang der Woche ziemlich fertig, am Sonntag so fertig, dass ich mich ins Bettchen legen musste. Kein Fieber, kein Halsweh, kein nix, nur k.o.

Es ging zwar aufwärts, aber auch am Freitag musste ich mich am Nachmittag eine Stunde hinlegen, nach einer Woche mit wenig Training und viel Schlaf?!

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und am Start war ich noch ganz zuversichtlich, kam auch extrem gut weg, war schnell gut positioniert und der Ansicht alles im Lot.

Ich bekam zwar einen Schlag auf die Brille und ein kleines Ausweichmanöver im Wasser hat mich auch ein paar Plätze gekostet, aber von großer Schlägerei oder Ähnlichem war keine Spur.

Lediglich mein Pulver war verschossen, ich war im Wohlfühlmodus und auf einmal bildete sich ein Loch und das konnte ich nicht zuschwimmen.

An Land gespült befand ich mich ziemlich ungewohnt etwa 3min hinter der riesigen ersten Gruppe, wurde schnell von der Gruppe Kienle aufgesaugt und war mir der Tatsache bewusst, dass die Situation nicht optimal, aber keineswegs aussichtlos war.

Lediglich meine Beine und mein ganzes System waren nicht auf Angriff gebürstet, ich war völlig kraftlos.

Nachdem eine Langdistanz ja der Kampf gegen die zunehmende Ermüdung sein soll und nicht unbedingt mit der Erschöpfung beginnen, beschloss ich, auf das Finishershirt zu verzichten.

Ich freue mich jetzt trotzdem auf die Saisonpause und plane 2015.

Neben meinem ganz persönlichen Schicksal freue ich mich sehr über den Sieg von Sebi und das gute Abschneiden der anderen Deutschen, insbesondere von Frodo und Nils. Maik Twelsiek hätte ich den knapp verpassten 10.Platz sehr gegönnt, wenigstens durfte er das Feld anführen. Kurzfristig sah es auch nach einem Comeback von Andreas Raelert aus, der aber von Magenproblemen geplagt auf Gehen umstellen musste.

Mein Mannschaftskamerad Marino Vanhoenacker hat sein Hawaiikapitel abgeschlossen, nach gutem Radfahren noch an dritter Position, wurde das Laufen zäh und dann ein Marsch. Er wollte aber unbedingt ins Ziel, um dem Kapitel einen würdigen Abschluss zu geben.

Ich will nicht vorschnelle Schlüsse ziehen, aber Marino ist, zusammen mit Cameron Brown, übrigens Rekordhalter was Ironman Siege betrifft, dürfte sich in die Reihe großer Triathleten einreihen, die es auf Hawaii einfach nicht geschafft haben den Sack zuzumachen.

Die Überraschungen des Tages waren für mich klar Ben Hoffmann, den ich in Arizona ein paar Mal im Training gesehen habe und annahm, er sei schlichtweg zu kaputt, um noch ein gutes Rennen rauszuhauen und Cyril Viennot dem ich das nicht zugetraut hätte.